Wir haben schon seit Monaten die Tage gezählt, bis es endlich
losging. Die Fähre Kiel-Oslo hatten wir schon Monate vorher gebucht. Zuerst
wollten wir ganz sparsam sein, und haben uns für Schlafsessel entschieden. Eine
Woche vor der Abreise wurden wir dann doch nervös: Thomas mit seinen
Rückenproblemen, die Kinder... Also haben wir kurzfristig doch noch eine Kabine
gebucht.
Wie sich herausstellte, war das auch gut so, denn die Schlafsessel sind wie
Flugzeugsitze in engen Reihen aufgestellt, ca. 30 - 40 Sitze in einer dafür
viel zu kleinen "Kabine", die zudem auch noch frisch gestrichen war
und gut nach Lösungsmitteln duftete... Wir konnten abends die Kinder guten
Gewissens in der Kabine allein lassen und uns an die Bar setzen, wo wir das
erste Mal wieder mit norwegischen Preisen konfrontiert wurden.
Alles in allem war die Fährüberfahrt ein entspannter schöner Reiseauftakt, der nur weiterempfohlen werden kann.
Und dann geht es los: die E6 rauf. Auch wenn auf dieser Strasse für norwegische Verhältnisse wirklich viel Verkehr ist, so lohnt es sich auf jeden Fall, sie zu nehmen: Gudbrandsdal, Dovrefjell...
Ein Auto vor uns läuft im Dovrefjell ein Elch über die Strasse, da hier aber alle vorsichtig sind, passiert nix. Nur ein Blinkerschoner aus Österreich, der ohne Vorwarnung plötzlich auf einen Parkplatz fährt, bringt unsere Bremsen richtig zum Quietschen. Glück gehabt, nix passiert.
In Berkak kaufen wir schnell noch Milch, Eier und Brot, und danach wird die
Gegend rasch vertrauter. Doch etwas ist anders als im letzten Jahr: es gibt hinter
Orkanger eine neue Mautstation. ..
Ingolf, der Fischer, gibt uns den Tipp, mal zum Fjellkjösavatnet zu fahren. Das ist eine sehr nette Ecke und nicht sehr weit, nur bis Orkanger und dann auf der anderen Fjordseite entlang. Das machen wir. Heinz und ich lassen uns oben am Berg absetzen und laufen dann zurück zum See, der wirklich sehr idyllisch und ideal zum Baden ist.
Später fahren wir Richtung Agdenes: Atlantik gucken. Eine reizvolle Strecke, am Orkdalsfjord und dann am Trondheimsfjord entlang. Vom Atlantik (wir hatten so die Vorstellung "offenes Meer") ist nicht viel zu sehen: eine kleine Insel an der anderen - schön. Agdenes kommt uns ein bischen wie das Ende der Welt vor...
Am nächsten Tag ist es wieder sehr heiß. Ich fahre mit Friedhelm raus auf den Fjord und fange meinen allerersten Fisch: einen Schellfisch. Während Friedhelm noch damit beschäftigt ist, den Fisch vom Haken zu nehmen (das war mir doch unheimlich), fängt seine Angel an zu rucken. Er fängt an zu kurbeln, die Angel biegt sich in U-Form: drei prächtige Dorsche haben angebissen. Super, die letzten Tage hatte er nicht viel gefangen.
Die Tage vergehen ganz entspannt.
Abendstimmung am Fjord. |
Der "Elchberg". Beinahe jeden Abend kommen mehrere Elche aus dem Wald. |
Blick zum Lakshus bei Ebbe. |
Nur manchmal liegt das Boot an Land... |
Viel zu schnell sind unsere drei Wochen um und traurig fahren wir ab. Nur gut, dass wir nächstes Jahr wieder nach Viggja fahren. Zurück nehmen wir nicht die Fähre ab Oslo, wir hätten sonst gegen 3 Uhr morgens losfahren müssen. Ingolf empfiehlt uns für die Rückreise den RV 3, die ist weniger befahren als die E6. Wir genießen noch einmal die atemberaubende Landschaft (auch wenn ehrlich gesagt die E 6 durch noch atemberaubendere Gegenden führt). Wir brausen durch Schweden und sind schon am frühen Abend bei Göteborg, da beschließen wir - wie im vorigen Jahr auch- wieder durchzufahren. Die Fähren (Helsingborg-Helsingör und Rödby-Puttgarden) kommen uns wie Geisterfähren vor, sowenig Leute sind drauf. Kurz nach 4 Uhr sind wir wieder in Hamburg und ein toller Urlaub ist zu Ende.