Juli 2003 in Viggja am Trondheimfjord

Wir haben schon seit Monaten die Tage gezählt, bis es endlich losging. Die Fähre Kiel-Oslo hatten wir schon Monate vorher gebucht. Zuerst wollten wir ganz sparsam sein, und haben uns für Schlafsessel entschieden. Eine Woche vor der Abreise wurden wir dann doch nervös: Thomas mit seinen Rückenproblemen, die Kinder... Also haben wir kurzfristig doch noch eine Kabine gebucht.
Wie sich herausstellte, war das auch gut so, denn die Schlafsessel sind wie Flugzeugsitze in engen Reihen aufgestellt, ca. 30 - 40 Sitze in einer dafür viel zu kleinen "Kabine", die zudem auch noch frisch gestrichen war und gut nach Lösungsmitteln duftete... Wir konnten abends die Kinder guten Gewissens in der Kabine allein lassen und uns an die Bar setzen, wo wir das erste Mal wieder mit norwegischen Preisen konfrontiert wurden.

Alles in allem war die Fährüberfahrt ein entspannter schöner Reiseauftakt, der nur weiterempfohlen werden kann.

ragnhild.jpg

Die "Prinsess Ragnhild" kurz nach der Durchfahrt durch eine der dänischen Brücken. Noch ist das Wetter schlecht, aber im Laufe des Abends klarte es auf, und bei der Ankunft in Oslo strahlte die Sonne.

myra1.jpg

Es ist wie nach Haus kommen: zum dritten Mal sind wir in "Myra".

myramitschuppen.jpg

Dieses schöne alte Fischerhaus ist denkmalgeschützt, ein norwegisches Kulturgut. Es wurde 2001 nach Originalvorlagen renoviert. Sogar die Farben der verschiedenen Zimmer waren vorgegeben.

nachtsfjord.jpg

Blick zum Lakshus. Dort arbeitet während der Saison (Ende Juni bis Ende Juli/Anfang August) Ingolf, der zweimal täglich rausfährt und die Lachsnetze leert.


Wir kommen bei strahlendem Sonnenschein in Oslo an. Weil alle Passagiere das Anlegemanöver beobachten wollen, ist das Gedränge dann groß, als es zu den Autodecks gehen soll. Weil wir vorne auf dem Lasterdeck stehen, kommen wir praktisch als Erste von Bord. Problemlos geht es durch den Zoll, dann warten wir noch am Fußgängerterminal auf Heinz und Friedhelm, die es wegen des Gedränges nicht rechtzeitig zum Auto geschafft haben.

Und dann geht es los: die E6 rauf. Auch wenn auf dieser Strasse für norwegische Verhältnisse wirklich viel Verkehr ist, so lohnt es sich auf jeden Fall, sie zu nehmen: Gudbrandsdal, Dovrefjell...

Ein Auto vor uns läuft im Dovrefjell ein Elch über die Strasse, da hier aber alle vorsichtig sind, passiert nix. Nur ein Blinkerschoner aus Österreich, der ohne Vorwarnung plötzlich auf einen Parkplatz fährt, bringt unsere Bremsen richtig zum Quietschen. Glück gehabt, nix passiert.

In Berkak kaufen wir schnell noch Milch, Eier und Brot, und danach wird die Gegend rasch vertrauter. Doch etwas ist anders als im letzten Jahr: es gibt hinter Orkanger eine neue Mautstation. ..


hafenambahnhof.jpg

Trondheim, Blick von der Strandgt. rüber zum Bahnhof, davor Liegeplätze.

wikinger.jpg

Der letzte Wikinger...

images/norge2003/fjellkjoesvatnet.jpg

Am Fjellkjösavatnet, oberhalb von Geitastrand gelegen.

agdeneskirche.jpg

Die Kirche von Agdenes. Hinter dem Friedhof ist ein Campingplatz.


Wir haben wahnsinniges Glück mit dem Wetter: es ist sonnig und heiß, teilweise bis zu 32° C. Direkt am Fjord lässt sich das aber gut aushalten. Alle zwei, drei Tage fahren wir nach Trondheim um Zeitungen zu kaufen.

Ingolf, der Fischer, gibt uns den Tipp, mal zum Fjellkjösavatnet zu fahren. Das ist eine sehr nette Ecke und nicht sehr weit, nur bis Orkanger und dann auf der anderen Fjordseite entlang. Das machen wir. Heinz und ich lassen uns oben am Berg absetzen und laufen dann zurück zum See, der wirklich sehr idyllisch und ideal zum Baden ist.

Später fahren wir Richtung Agdenes: Atlantik gucken. Eine reizvolle Strecke, am Orkdalsfjord und dann am Trondheimsfjord entlang. Vom Atlantik (wir hatten so die Vorstellung "offenes Meer") ist nicht viel zu sehen: eine kleine Insel an der anderen - schön. Agdenes kommt uns ein bischen wie das Ende der Welt vor... 

Am nächsten Tag ist es wieder sehr heiß. Ich fahre mit Friedhelm raus auf den Fjord und fange meinen allerersten Fisch: einen Schellfisch. Während Friedhelm noch damit beschäftigt ist, den Fisch vom Haken zu nehmen (das war mir doch unheimlich), fängt seine Angel an zu rucken. Er fängt an zu kurbeln, die Angel biegt sich in U-Form: drei prächtige Dorsche haben angebissen. Super, die letzten Tage hatte er nicht viel gefangen.

agdeneskuehe.jpg

Bäuerliche Idylle in Agdenes.

meinersterfang.jpg

Mein allererster selbstgeangelter Fisch: ein Schellfisch. Dabei habe ich die Angel "nur so" ins Wasser gehalten, sonst bin ich nur zum Vergnügen mitgefahren. Ich habe die Angel kaum ausgeworfen, hab erst ein- oder zweimal darein geruckt und schon war der Fisch dran...

boote.jpg

Unser Paddelboot. Damit haben wir oft Piraten gespielt, da kam richtig "Saltkrokan-Feeling" auf.

moewen.jpg

Das Fischerboot.


Die Kinder sind fast ununterbrochen am oder im Wasser. Manchmal spiele ich mit. Wenn dann auch noch Leo, der Leonberger (unser "Bootsmann") dazukommt, und die Kinder mich mal wieder mit Klamotten ins Wasser schubsen oder das Boot umkippen, kommt richtig "Saltkrokan-Feeling" auf.

Die Tage vergehen ganz entspannt.

viggja.jpg

Abendstimmung am Fjord.

elchberg.jpg

Der "Elchberg". Beinahe jeden Abend kommen mehrere Elche aus dem Wald.

ebbe.jpg

Blick zum Lakshus bei Ebbe.

paddelboot.jpg

Nur manchmal liegt das Boot an Land...


Wir schlafen oft bis mittags, wir gehen aber auch entsprechend spät (bzw. früh) schlafen.  Aber niemand hat das Gefühl, etwas vom Tag zu verpassen, schließlich ist es fast rund um die Uhr hell, nur zwischen ca. 2 und 4 Uhr ist es dämmrig.  Die Kinder geniessen ihre Freiheit. Wenn sie mal nicht am Wasser sind, spielen sie mit Leo oder den Katzenbabies oder Klein-Ida (2 Jahre) oder "helfen" Ingolf oder turnen auf dem großen Trampolin.
vorsonnenuntergang.jpg

Sonnenuntergang am Fjord - aber dunkel wird es jetzt Mitte Juli trotzdem nicht.

fjordnachts.jpg

Abendstimmung am Fjord.

markplatz.jpg

Der Trondheimer Markplatz "Torget" mit der Olav Tryggvason-Statue.

rv3.jpg

Heimreise. Diesmal nicht über die E6, sondern den RV 3, der etwas weiter östlich verläuft und nicht so starkt befahren ist. Die Strecke ist in der Tat kürzer und man hängt weniger hinter Lastern und Traktoren fest, aber die E6 ist auf jeden Fall landschaftlich reizvoller.

Viel zu schnell sind unsere drei Wochen um und traurig fahren wir ab. Nur gut, dass wir nächstes Jahr wieder nach Viggja fahren. Zurück nehmen wir nicht die Fähre ab Oslo, wir hätten sonst gegen 3 Uhr morgens losfahren müssen. Ingolf empfiehlt uns für die Rückreise den RV 3, die ist weniger befahren als die E6. Wir genießen noch einmal die atemberaubende Landschaft (auch wenn ehrlich gesagt die E 6 durch noch atemberaubendere Gegenden führt). Wir brausen durch Schweden und sind schon am frühen Abend bei Göteborg, da beschließen wir - wie im vorigen Jahr auch-  wieder durchzufahren. Die Fähren (Helsingborg-Helsingör und Rödby-Puttgarden) kommen uns wie Geisterfähren vor, sowenig Leute sind drauf. Kurz nach 4 Uhr sind wir wieder in Hamburg und ein toller Urlaub ist zu Ende.